Bosnien im Winter

Zu keiner Jahreszeit ist der Kontrast zwischen der Herzegowina und Bosnien so groß wie im Winter. Während in Küstennnähe und im herzegowinischen Hinterland meist ein recht mildes mediterranes Klima herrscht, zieht der Winter im Inland oft ganz andere Saiten auf.

In Zentralbosnien – insbesondere um die Hauptstadt Sarajewo - zeigt der Winter oft bis in den März hinein seine Zähne, so dass es auch kaum verwundert, dass Sarajewo 1984 die Olympischen Winterspiele ausrichten durfte. Auch ist die Hauptstadt Sarajewos oft dermaßen tief zugeschneit, dass in den engen Gassen der bergigen Gemeinden Wochen lang der Verkehr zusammenbricht. Auch der Flugverkehr fällt manchmal aus, da die Räumdienste den Schneemassen nicht standhalten können. Und wenn es gerade einmal nicht schneit, droht auch den Nebel, den Luftverkehr zum Erliegen zu bringen.

Die Einheimischen lässt dieses winterliche Szenario kalt, da sie daran gewöhnt sind und im Krieg – ohne Heizung und mit wenig Nahrung – oft viel Schlimmeres durchmachen mussten.

In der Zwischenzeit sind die im Krieg zerstörten Wintersportzentren an der Bjelasnica und der Jahorina wieder aufgebaut. Ein Netz von 30 km Skipisten bieten von einfachen Familienpisten bis zu schwierigen Könner-Abfahrten für jeden Geschmack etwas an. man sollte allerdings auf den präparierten Pisten bleiben, da abseits davon noch immer Minengefahr besteht.

Auch andere Regionen im gebirgigen Zentralbosnien sind im Winter in der eisigen Umklammerung der meist aus dem Osten kommenden Kälte. Sie sind zwar weniger touristisch erschlossen, aber auch hier kommen Kältefanatiker auf ihre Kosten.

Und vielleicht lässt sich der bosnische Winter auch leichter ertragen in der Gewissheit, das kaum 100 km entfernt in der Herzegowina der Frühling bereits im Januar einziehen kann.

 

Sarajewo im März 2012

Nach längerer Pause bin ich wieder einmal in Sarajewo. Es hat sich nicht viel geändert auf den ersten Blick. Nur ein weltbekanntes Schnellrestaurant hat seine erste Niederlassung in Bosnien-Herzegowina im Zentrum von Sarajewo eröffnet:2012-03-08 13.20.19

Auch die Eishalle Skenderija, in der die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe stattfanden, ist unter der Schneelast eingestürzt. Noch jetzt liegt in der Stadt und deren Umgebung so viel Schnee, dass leicht eine Winterolympiade ausgerichtet werden könnte

Dafür soll die Trebevic-Seilbahn mit Schweizer Hilfe bis 2013 wieder aufgebaut werden. Die ersten Gondeln sind bereits in der Stadt angekommen.

Andere Projekte indes wie z.B. die Restaurierung des Museums der Olympischen Spiele 1984, das durch den Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, warten noch auf bessere Zeiten:

Museum_2012-03-08

Museum_Olympia_2012-03-08

Soweit das Stenogramm aus Sarajewo. Morgen geht es zurück in den deutschen Frühling.

 

 

 

 

Wer auf die Reise geht, hat auch Reisegepäck

Ob man  nun nach Bosnien und Herzegowina reist oder in ein anderes Land, fällt meist – insbesondere bei Auslandsreisen viel Gepäck an, dass untergebracht und verstaut werden muss. Das klassiche Reisegepäck ist noch immer der Koffer.

Dabei gibt es eine große Auswahl an Marken. Ob Samsonite, Delsey, Bric’s oder Titan, jede bekannte Marke hat ihre Vorteile. Die einen bevorzugen ein stylisches Design, die anderen legen mehr Wert auf Praktikabilität und suchen vor allem Stauraum.

Ursprünglich kommt der Koffer aus dem Französischen, wo er als “coffre” ein quaderförmiges Gepäckstück zur Beförderung von Gepäck diente. Ein Koffer hat in der regel einen – oder mehrere – Handgriffe, Rollen und oft auch Zugstangen oder -schlaufen.

Der Koffer hat viele Unterarten, wie z.B. den Pilotenkoffen, Aktenkoffer oder Geldkoffer. Letztere sind allerdings ncht für Reisezwecke gedacht.

Das klassische Material für einen Reisekoffer ist das Leder. In der Zwischenzeit sind aber Kunststoff- und Aluminiumkoffer imm häufiger zu sehen. Gerade Leder in in Bosnien-Herzegowina günstig zu haben, so dass es sich lohnt, bei einem Besuch danach Ausschau zu halten.

Republika Srpska

Die Republika Srpska – auf Deutsch auch als Serbenrepublik bezeichnet – ist neben der Föderation Bosnien-Herzegowina eine der beiden großen Entitäten des Gesamtstaats Bosnien und Herzegowina. Mit 24.811 Quadratkilometern macht sie fast 49 % der Gesamtfläche des Staates aus. Mit rund 1,5 Mio. Einwohnern ist sie etwas dünner besiedelt als die Föderation B-H.

Die Republika Srpska wurde 1992 ausgerufen und nach dem Abschluss des Dayton-Abkommens 1995 als eigene Entität anerkannt. Präsident der Entität ist derzeit der Sozialdemokrat Milorad Dodik, der insbesondere mit seiner erfolgreichen Gewerbeansiedlung im Großraum Banja Luka, aber auch mit wiederholten Abspaltungsdrohungen vom Gesamtstaat von sich reden machte.

Neben der Entitäts-Hauptstadt Banja Luka (170.000 EW) gibt es noch einige mittlere Städte wie Bijelina (38.000 EW), Prijedor (36.000 EW), Trebinje (33.000 EW) und Doboj (27.000 EW). (Alle Einwohnerangaben sind geschätzt, da nach dem Krieg noch keine Volkszählung stattgefunden hat).

Die Wirtschaft der Entität ist relativ schwach entwickelt, so dass das Pro-Kopf-Einkommen deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 3.154 Euro (2009) liegt. Allerdings ist wirtschaftlich – nicht politisch – ein langsames Zusammenwachsen der Entitäten zu beobachten.

Bosnien und Herzegowina liegt am Mittelmeer

Obwohl der Krieg in Bosnien-Herzegowina (BuH) nunmehr schon rund 15 Jahre vorbei ist, ist der Tourismus im Lande noch nicht recht in Schwung gekommen.
Ein wichtiges Kriterium für das Aufblühen des Tourismus ist oft das Anschluss an ein Meer oder einen großen See. Leider hat es sich bisher kaum herumgesprochen, dass auch BuH ein Mittelmeeranrainer ist. Die herzegowinische Küste ist  ca. 5 km lang und wird von der Gemeinde Neum abgedeckt.    .
Neum ist der zentrale Ort der bosnisch-herzegowinischen Küste. Es hat fast 5.000 Einwohner und liegt zwischen den kroatischen Küstenstädten Makarska und Dubrovnik, die als touristische Zentren bekannt sind. (Lageplan von Google Maps)
Etwas getrübt wird das Meeresvergnügen freilich durch die vorgelagerte kroatische Halbinsel Peljesac, die keinen offenen Meereszugang erlaubt. Doch ändert das nichts an dem mediterranen Klima und den netten kleinen Stränden, die den Küstenabschnitt nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen attraktiv machen.
Einen großen Vorteil hat die herzegowinische Küste freilich bei den Preisen. Diese liegen im Vergleich zu der benachbarten kroatischen Adria im Durchschnitt deutlich niedriger. Und auch das Bezahlen wird einem erleichtert. In der Regel werden neben der einheimischem Konvertiblen Mark (KM), die im Wert genau unserer früheren D-Mark entspricht, auch Euro und Kuna problemlos angenommen.
Fahren Sie doch einfach einmal hin und unternehmen Sie auch einen Ausflug ins Hinterland, z.B. nach Mostar mit der berühmten Brücke über die Neretva, die nach der Zerstörung im Krieg wieder neu aufgebaut wurde!

Deutschland – Bosnien und Herzegowina 3 : 1

Das Fußballfreundschaftsspiel Deutschland gegen Bosnien-Herzegowina endete mit einem 3 : 1 für die Deutschen. Nichts Bemerkenswertes also.

Ich habe nur die letzte halbe Stundes gesehen und fand, es gab zu viele Fouls für ein Freundschaftsspiel. Und eine "Watschn" für Marko Marin war dann doch etwas zuviel der Freundschaft. Oder hat er dieselbe bekommen weil er bosnischer Abstammung ist?

Aber so ist Fußball. Wer das nicht mag, muss es ja nicht ansehen.

Back home

Der Blick aus dem Fenster war am Morgen der Abreise nicht gerade berauschend. Bei 10 cm Neuschnee und Sommerschuhen, ist nicht nur die Stadt kein Vergnügen, sondern auch der Rückflug gefährdet. So leistete ich mir das einzige Mal ein Taxi zur Arbeit -über 2,70 KM kann man sich wirklich nicht beschweren – und kam so trockenen Fußes ans Ziel.

Nach dem Pech beim Hinflug hatte der Wettergott wenigstens beim Rückflug ein Einsehen und stoppte den Schneefall zwei Stunden vor Abflug. So sah es am Flughafen kurz vor dem Start aus:

 

In München erwartete uns zwar eiskaltes Märzwetter, doch dafür auch etwas Sonne. Eigentlich bin ich immer wieder froh, zu Hause zu sein.

Nettes kleines Hotel in Sarajewo gefällig?

Da mein Aufenthalt in Sarajewo langsam zu Ende geht, möchte ich noch kurz über mein Quartier berichten, mit dem ich einen Volltreffer gelandet habe.
Nein, ich erhalte keine Provision, bin weder verwandt oder verschwägert mit dem Inhaber noch habe ich sonst irgendein Interesse – um allfälligen Fragen gleich entgegen zu treten.

Es handelt sich um ein neues kleines Hotel am Ende der Bascarsija im Stadtteil Kovaci. Sauber, zweckmäßig eingerichtet, Fernseher und WLAN-Anschluss auf dem Zimmer, eigenes Bad und dazu ein Frühstücksbuffet mit reichlich Auswahl – und das Ganze für 25 € im Einzelzimmer. Und noch ein Sahnehäubchen: Das Personal ist freundlich und entgegenkomend. Bei Anrufen wird einem ganz einfach ein mobiles Telefon aufs Zimmer gebracht. Da stört es wenig, dass die Zimmer nicht über ein eigenes Telefon verfügen.

Besucherherz, was willst Du mehr?

Das Hotel heißt TELAL und hat eine eigene kleine Webseite. Danke für die Gastfreundschaft, ich werde bestimmt wiederkommen!

Und wer in Berlin ein gutes Hotel sucht, ist bei www.themandala.de bestens bedient.

 

Eindrücke aus Sarajewo

Buchhandlung "Svjetlost"

Leider habe ich meine Digitalkamera vergessen, doch möchte ich, um einen Eindruck zu vermitteln, zumindest einige Handy-Bilder einstellen. Das Angebot an Büchern war in Sarajewo immer sehr beschränkt. Daran hat sich nicht viel geändert, aber der neue Look der Buchhandlung "Svjetlost" von außen und innen macht sich doch gut, oder? Auf jeden Fall eine Bereicherung der Tito-Straße, finde ich.  

 

 

 

 

 

   Kaufhasu BBI Sarajewo

Auch das alte Kaufhaus "Sarajka" hat ausgedient und wurde durch das moderne Einkaufszentrum "BBI Centar" – im Volksmund nun Neu-Englisch "BiBiAi" genannt – ersetzt. Der Anblick ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch es hätte schlimmer ausfallen können. Obwohl die Geschäfte im Inneren eher zur gehobenen Preiskategorie zählen, bin ich mit den heute erstandenen Kinderschuhen sehr zufrieden. Auch das Hähnchen auf mediterrane Art war lecker. Und das offene WLAN-Netz ist auch nicht zu verachten.

Unabhängigkeitstag in Bosnien und Herzegowina

Rechzeitig zum Staatsfeiertag ist meine Maschine heute endlich in Sarajewo gelandet. Das Wetter war leider nicht mehr frühlingshaft, sondern eher regnerisch, aber zumindest nicht kalt. Die Straße vom Flughafen ins Zentrum war fast gespenstisch leer, selbst in den Café längs der Strecke war  wenig Leben zu bemerken. Dies könnte symbolisch auch den Zustand im Staate Bosnien-Herzegowina wiederspiegeln. Nur in einer Entität Staatsfeiertag, in der anderen normaler Arbeitstag. 18 Jahre ist es her, dass sich die die Mehrheit – ca. 2/3 der Bevölkerung – für einen unabhängigen Staat entschieden hat, die Teilung in der Bevölkerung ist trotz erlangter staatlicher Unabhängigkeit nach wie vor vorhanden. Zum Optimismus für die Zukunft gibt es wenig Anlass. Doch die Staatlichkeit ist längst zur Nebensache geworden. Das tägliche Leben und Überleben sind die dominanten Themen bei Gesprächen mit den "Sarajlije" geworden. Selbst die sonst immer prall gefüllten Café waren heute schwach besucht, nur die Musik war laut wie immer. Da erinnert man sich gern an bessere Zeiten. Das Café (Caffe)   "Tito" ist längst Legende, heute ist mir das Café  "von Habsburg" aufgefallen.