Archiv für Sarajewo

Sarajewo im März 2012

Nach längerer Pause bin ich wieder einmal in Sarajewo. Es hat sich nicht viel geändert auf den ersten Blick. Nur ein weltbekanntes Schnellrestaurant hat seine erste Niederlassung in Bosnien-Herzegowina im Zentrum von Sarajewo eröffnet:2012-03-08 13.20.19

Auch die Eishalle Skenderija, in der die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe stattfanden, ist unter der Schneelast eingestürzt. Noch jetzt liegt in der Stadt und deren Umgebung so viel Schnee, dass leicht eine Winterolympiade ausgerichtet werden könnte

Dafür soll die Trebevic-Seilbahn mit Schweizer Hilfe bis 2013 wieder aufgebaut werden. Die ersten Gondeln sind bereits in der Stadt angekommen.

Andere Projekte indes wie z.B. die Restaurierung des Museums der Olympischen Spiele 1984, das durch den Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, warten noch auf bessere Zeiten:

Museum_2012-03-08

Museum_Olympia_2012-03-08

Soweit das Stenogramm aus Sarajewo. Morgen geht es zurück in den deutschen Frühling.

 

 

 

 

Back home

Der Blick aus dem Fenster war am Morgen der Abreise nicht gerade berauschend. Bei 10 cm Neuschnee und Sommerschuhen, ist nicht nur die Stadt kein Vergnügen, sondern auch der Rückflug gefährdet. So leistete ich mir das einzige Mal ein Taxi zur Arbeit -über 2,70 KM kann man sich wirklich nicht beschweren – und kam so trockenen Fußes ans Ziel.

Nach dem Pech beim Hinflug hatte der Wettergott wenigstens beim Rückflug ein Einsehen und stoppte den Schneefall zwei Stunden vor Abflug. So sah es am Flughafen kurz vor dem Start aus:

 

In München erwartete uns zwar eiskaltes Märzwetter, doch dafür auch etwas Sonne. Eigentlich bin ich immer wieder froh, zu Hause zu sein.

Nettes kleines Hotel in Sarajewo gefällig?

Da mein Aufenthalt in Sarajewo langsam zu Ende geht, möchte ich noch kurz über mein Quartier berichten, mit dem ich einen Volltreffer gelandet habe.
Nein, ich erhalte keine Provision, bin weder verwandt oder verschwägert mit dem Inhaber noch habe ich sonst irgendein Interesse – um allfälligen Fragen gleich entgegen zu treten.

Es handelt sich um ein neues kleines Hotel am Ende der Bascarsija im Stadtteil Kovaci. Sauber, zweckmäßig eingerichtet, Fernseher und WLAN-Anschluss auf dem Zimmer, eigenes Bad und dazu ein Frühstücksbuffet mit reichlich Auswahl – und das Ganze für 25 € im Einzelzimmer. Und noch ein Sahnehäubchen: Das Personal ist freundlich und entgegenkomend. Bei Anrufen wird einem ganz einfach ein mobiles Telefon aufs Zimmer gebracht. Da stört es wenig, dass die Zimmer nicht über ein eigenes Telefon verfügen.

Besucherherz, was willst Du mehr?

Das Hotel heißt TELAL und hat eine eigene kleine Webseite. Danke für die Gastfreundschaft, ich werde bestimmt wiederkommen!

Und wer in Berlin ein gutes Hotel sucht, ist bei www.themandala.de bestens bedient.

 

Eindrücke aus Sarajewo

Buchhandlung "Svjetlost"

Leider habe ich meine Digitalkamera vergessen, doch möchte ich, um einen Eindruck zu vermitteln, zumindest einige Handy-Bilder einstellen. Das Angebot an Büchern war in Sarajewo immer sehr beschränkt. Daran hat sich nicht viel geändert, aber der neue Look der Buchhandlung "Svjetlost" von außen und innen macht sich doch gut, oder? Auf jeden Fall eine Bereicherung der Tito-Straße, finde ich.  

 

 

 

 

 

   Kaufhasu BBI Sarajewo

Auch das alte Kaufhaus "Sarajka" hat ausgedient und wurde durch das moderne Einkaufszentrum "BBI Centar" – im Volksmund nun Neu-Englisch "BiBiAi" genannt – ersetzt. Der Anblick ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch es hätte schlimmer ausfallen können. Obwohl die Geschäfte im Inneren eher zur gehobenen Preiskategorie zählen, bin ich mit den heute erstandenen Kinderschuhen sehr zufrieden. Auch das Hähnchen auf mediterrane Art war lecker. Und das offene WLAN-Netz ist auch nicht zu verachten.

Unabhängigkeitstag in Bosnien und Herzegowina

Rechzeitig zum Staatsfeiertag ist meine Maschine heute endlich in Sarajewo gelandet. Das Wetter war leider nicht mehr frühlingshaft, sondern eher regnerisch, aber zumindest nicht kalt. Die Straße vom Flughafen ins Zentrum war fast gespenstisch leer, selbst in den Café längs der Strecke war  wenig Leben zu bemerken. Dies könnte symbolisch auch den Zustand im Staate Bosnien-Herzegowina wiederspiegeln. Nur in einer Entität Staatsfeiertag, in der anderen normaler Arbeitstag. 18 Jahre ist es her, dass sich die die Mehrheit – ca. 2/3 der Bevölkerung – für einen unabhängigen Staat entschieden hat, die Teilung in der Bevölkerung ist trotz erlangter staatlicher Unabhängigkeit nach wie vor vorhanden. Zum Optimismus für die Zukunft gibt es wenig Anlass. Doch die Staatlichkeit ist längst zur Nebensache geworden. Das tägliche Leben und Überleben sind die dominanten Themen bei Gesprächen mit den "Sarajlije" geworden. Selbst die sonst immer prall gefüllten Café waren heute schwach besucht, nur die Musik war laut wie immer. Da erinnert man sich gern an bessere Zeiten. Das Café (Caffe)   "Tito" ist längst Legende, heute ist mir das Café  "von Habsburg" aufgefallen.

 

Zwei Mal über Sarajewo …

… und doch nicht dagewesen. So erging es mir heute, als ich nach fast einem Jahr Abstinenz der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina endlich mal wieder einen Besuch abstatten wollte. Leider macht uns der Wettergott einen Strich durch die Rechnung, so dass unsere Maschine nach zwei erfolglosen Landeversuchen wieder durchstartete gen Norden.

Dabei hatte ich mich diesmal auf meinen zweitägigen Kurzaufenthalt schon gefreut, da die Wetterprognose mit 12 bis 14 Grad und etwas Sonnenschein in Sarajewo geradezu ideal für einen ersten Kaffee im Straßencafe draußen war. Natürlich sollte ich auch etwas arbeiten, aber das hätte ich gerne in Kauf genommen.

Aber die nächste Gelegenheit kommt bald und dann spielt hoffentlich auch der bosnische Wettergott mit.